
Die Chirotherapie (griech. cheiros - Hand) - auch Manuelle Medizin (lat. manus - Hand) genannt - ist die Behandlung von reversiblen, also rückbildungsfähigen Funktionsstörungen der Wirbelsäule und der Gelenke durch Handgriffe. Mittels entsprechender diagnostischer und therapeutischer Techniken können erfahrene Chirotherapeuten diese Funktionsstörungen sicher aufspüren und erfolgreich behandeln.
Es handelt sich um eine Jahrtausend alte Behandlungsmethode, dessen Wurzeln noch weit vor die Zeit des Hippokrates reichen.
Die Chirotherapie darf nur durch ausgebildete Chirotherapeuten ausgeübt werden. Ein Chirotherapeut ist ein Arzt, der sich die erforderlichen Kenntnisse durch entsprechende Kurse und Prüfungen erworben hat und durch die Ärztekammer zur Führung der Zusatzbezeichnung berechtigt ist.
Sie wurde in den letzten Jahrzehnten von spezialisierten Ärzten und Physiothera-peuten weiterentwickelt, wissenschaftlich abgesichert und hat sich bis heute millionenfach bewährt. Das dabei oft hörbare "knackende" Geräusch gehört zur Behandlung und zeigt lediglich, dass das behandelte Gelenk zum Klaffen gebracht wurde.
Chirodiagnostik
Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche und komplikationslose chirotherapeutische Behandlung ist die vorangestellte, sorgfältige Diagnostik, um den genauen Ort, die Art und das Ausmaß der Funktionsstörungen erkennen und entsprechend behandeln zu können. Diese beinhaltet:
Bei welchen Krankheitsbildern ist der Einsatz der Chirotherapie sinnvoll?
Die Chirotherapie kann bei allen rückbildungsfähigen Funktionsstörungen (sog. Blockierungen) der Wirbelsäule und der Gelenke erfolgreich eingesetzt werden.
Häufig liegen Blockierungen in verschiedenen Regionen vor, wobei die Ursache der Beschwerden in einer ganz anderen Körperregion liegen kann, als auf den ersten Blick vermutet. Auch bei nachgewiesenen Bandscheibenvorfällen kann die Chirotherapie manchmal sehr hilfreich sein. In zahlreichen Fällen ist nicht etwa ein durch Magnetresonanztomographie nachgewiesener Bandscheibenvorfall die Ursache der Beschwerden, sondern Blockierungen an anderer Stelle.
Insbesondere Krankheitsbilder, die von der Wirbelsäule ausgehen, zeigen häufig Symptome, deren Ursprung zunächst nicht an der Wirbelsäule vermutet wird.
Halswirbelsäule:
Brustwirbelsäule:
Lendenwirbelsäule und Kreuz-/Darmbein-Fuge (Iliosakralgelenk, ISG)
Gibt es Risiken oder unerwünschte Wirkungen?
Extremitäten: An den Extremitäten sind keine wesentlichen Risiken oder unerwünschten Wirkungen bekannt, die einer Risikoaufklärung bedürften.
Wirbelsäule: An der Wirbelsäule gibt es extrem seltene, für die Behandlungsmethode spezifische Risiken, die auch bei größter ärztlicher Sorgfalt nicht immer restlos zu vermeiden sind.
Als unangenehme Behandlungsfolgen können vorübergehend auftreten:
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen
Relative Kontraindikationen
Nachbehandlung
Der Arzt wird nach der Behandlung mit Ihnen besprechen, welche weiteren Therapieverfahren sinnvoll sind und welchen Beitrag Sie selbst dazu leisten müssen, z.B. durch die künftige Vermeidung von Fehl- und Zwangshaltungen beim Sitzen, besonderen Belastungen der Wirbelsäule und/oder die regelmäßige Durchführung von Eigenübungen oder Selbsthilfemaßnahmen wie z.B. Rückenschule.
Die Chirotherapie kann mit anderen Behandlungsmethoden (z.B. Akupunktur, Neuraltherapie, physikalischer Therapie, Spineliner-Therapie, lokaler wirbelsäulennaher Infiltrations- und Injektionstherapie, analyse- und gerätegestützter Wirbelsäulentherapie, Physiotherapie und vielem mehr) sinnvoll ergänzt oder kombiniert werden.
Ganz wichtig ist jedoch auch die aktive sportliche Betätigung wie z.B. Schwimmen, Gehen, Radfahren und Entspannungsübungen. Ein regelmäßiges, unter Anleitung durchgeführtes Training in einem ärztlich geleiteten Therapiezentrum führt zu einem gezielten Muskelaufbau. Denn nur eine kräftige Muskulatur kann die Wirbelsäule halten, stützen und entlasten und damit zu einem erheblich gesteigerten Wohlgefühl und einem dauerhaften Behandlungserfolg beitragen.
Persönliches
Dr. med. Adrian Chinta:
Ich habe schon vor vielen Jahren Bekanntschaft mit der Chirotherapie gemacht und deren Erfolge haben mich veranlasst, die Ausbildung zum Chirotherapeuten zu machen. Diese habe ich in der Akademie Boppard der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM) absolviert und 1990 mit dem Erwerb des Diploms und der Zusatzbezeichnung Chirotherapie erfolgreich abgeschlossen. Dazu kommen mehrere Hospitationen beim Gründer der Chirotherapieschule in Deutschland Herrn Dr. Gutmann in Bad Sassendorf, in der bekanntesten deutschen Klinik für Manuelle Medizin in Hamm in Westfalen sowie die Teilnahme und Mitgründung der Arbeitsgruppe zur Behandlung des KISS-Syndroms des Säuglings unter der Leitung von Herrn Dr. H. Biedermann. Dadurch habe ich die Chirotherapie schwerpunktmäßig in der Behandlung verschiedenster Wirbelsäulensyndrome sowie ganz besonders des Schwindels und des Tinnitus bei Atlas-Blockierung (ATLAS-Therapie ) sowie aller Kopfgelenk-Induzierten-Symetrie-Störungen (KISS-Syndrom ) des Säuglings und des Kleinkindes als besondere persönliche Spezialität eingesetzt.
Dr. med. Jochen Bredel:
Gleich zu Beginn meiner Ausbildung habe ich sehr positive Erfahrungen mit der Chirotherapie gesammelt. Als junger Arzt in der Orthopädischen Uniklinik Frankfurt unter Leitung von Prof. Dr. L. Zichner meine Kollegen zu beobachten, wie sie mit wenigen Handgriffen ohne Medikamente innerhalb von Sekunden Patienten von starken Schmerzen befreiten, hat mich früh fasziniert. Meine Ausbildung zum Chirotherapeuten habe ich in der Akademie Boppard der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM) absolviert und 2001 mit der Zusatzbezeichnung Chirotherapie abgeschlossen. In den weiteren Jahren meiner Ausbildung hatte ich die Möglichkeit meine Kenntnisse weiter zu vertiefen und die Erfolge der Chirotherapie mit meinen eigenen Händen unzählige Male selbst zu bewirken und zu erfahren. Seit 2005 bin ich berechtigt auch die Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin zu führen.